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Drei Monate USA !

Mein Abenteuer Austauschjahr

Mein Name ist Maria, ich bin 17 Jahre alt und ich bin im Moment in California, USA. Wir befinden uns grade in der Vorweihnachtszeit und ich bin schon seit vier Monaten hier. Wenn man all die Vorbereitungszeit dazu zählt, bin ich schon seit 15 Monaten im Abenteuer Auslandsaufenthalt. Ich werde weitere sechs Monate hier verbringen und ich kann es jedem nur empfehlen. Man entwickelt sich selber so unglaublich weiter und man findet sich selbst in einer neuen Welt. Es ist nicht einfach zehn Monate ohne seine Familie und Freunde zu leben und auf eigenen Beinen zu stehen. Es ist ein ständiges auf und ab und manchmal würde man am liebsten den Weg des geringsten Wiederstandes gehen, alles rückgängig machen, zurück nach Deutschland und damit zur gewohnten Umgebung und seiner Familie. Aber genau dafür ist ein Austauschjahr da, man muss sich in einer neuen Umgebung, einem neuem Land mit einer anderen Sprache und unter neuen Menschen zurecht finden. Es ist ein unglaubliches Gefühl zu wissen man lebt in zwei Welten und in beiden werden immer Menschen sein die einen lieben und für einen da sind. Ich habe sehr viele tolle Menschen kennen gelernt, die mir dabei geholfen haben, mich in einem fremden Land einzuleben.

Danke an die Menschen die mir das alles ermöglicht haben!

Santa Cruz, Beach
Santa Cruz, Beach

Als erstes möchte ich mich bei der EKO-Stiftung bedanken, denn sie haben mir dieses Austauschjahr durch ein Stipendium ermöglichst und mir damit eine Tür in eine neue Welt geöffnet. Und auch bei YFU Germany muss ich mich bedanken, sie hatten immer ein offenes Ohr und haben das hier alles einfacher gemacht. Sie haben mir eine tolle Gastfamilie gesucht, mich mit der Vorbereitungswoche gut auf alles aufmerksam gemacht und sie haben viele Telefonate mit meinen Eltern ertragen. Ich kann YFU wirklich empfehlen, sie haben uns mit Briefen und Anrufen immer wieder auf Sachen aufmerksam gemacht auf die wir achten müssen bzw Sachen die wir vielleicht vergessen würden. Ein ganz großes Dankeschön an meine Familie die mir vertraut hat und mich ziehen lassen hat, die meine Entscheidungen niemals in Frage gestellt hat und die mir unglaublich viel Kraft geben hat. Ich weiß es ist nich gut wenn man im Austauschjahr ist und man trotzdem Kontakt nach Hause hat aber auch meine Freunde aus Deutschland gaben mir sehr viel Halt.

Verabschiedung und der Flug ins große Abenteuer

YFU-Austauschschüler unter sich
YFU-Austauschschüler unter sich

Am 26. August 2010 war es nun endlich so weit und ich stand mit meiner Familie am Flughafen, es war Zeit “goodbye” zu sagen. Jeder war sehr traurig über diesen Abschied aber mir war nicht mal bewusst das ich meine Füße erst wieder in zehn Monaten auf deutschen Boden setzen würde. Ich traff auf dem Flughafen andere Austauschschüler auch einige die ich schon von der Vorbereitungswoche kannte, die Aufregung war bei allen so groß und niemand dachte wirklich darüber nach was nun mit uns passieren würde. Wir flogen von Berlin nach Frankfurt, wo wir noch mehr Austauschschüler trafen. In Frankfurt hatte ich mein erstes Problem, meine Koffer waren verschwunden. Ich war so aufgeregt und wusste nicht wirklich mit der Situation umzugehen. Ich war überfroh als sie sich endlich wieder anfanden und ich endlich im Flugzeug nach Chicago sass. In Chicago angekommen brauchten wir ewig um durch den Zoll zu kommen, dann entstand ein riesiges Chaos denn es waren so viele Austauschschüler die zu verschiedene Flugzeuge mussten und YFU USA war etwas überfordert mit der Situation. Ich war glücklich das die Flugbegleitung aus Deutschland auch nach San Francisco musste und ich somit den Weg nicht alleine finden musste. Die Zeit war knapp und wir rannten zu unserem Flieger, als wir sahen das er zwei Stunden Verspätung hatte. Ich war wieder nervös den ich hatte immer noch nicht mein Ticket und ich musste meine Gastfamilie anrufen. Ich war so aufreget das dieses Telefonat schrecklich wurde, aber im Endeffekt hat meine Gastmutter alles verstanden. Ich bauchte geschlagene drei Stunden um mein Ticket zu bekommen den niemand wusste was falsch gelaufen war. Da war es Glück das der Flieger noch mehr Verspätung hatte. Insgesamt verbrachte ich acht Stunden in Chicago und kam vollkommen fertig nach 32 Stunden in San Francisco an. Vorort bekam ich erneut Panik den dort war keine Gastfamilie. Nach etwas warten erkannte ich meine Gastmutter und war heil froh alles überstanden zu haben. Im Auto schlief ich sofort ein und als wir in meinem neuem Zuhause angekommen waren schaffte ich es auch nur noch ins Bett.

Lake Tahoe
Lake Tahoe

Meine Gastfamile und die neue Umgebung

Meine Gastfamilie besteht aus meinem Gastvater und meiner Gastmutter, außerdem habe ich eine Gastschwester (24, San Francisco) und einen Gastbruder (28, New York). Wir leben in einem großem Haus in Scotts Valley, California. Scotts Valley ist eine kleine Stadt nur 15 min vom Ozean und 45min von San Francisco entfernt. Ich könnte mir keine bessere Gastfamilie vorstellen und ich bin sehr froh hier wie eine Tochter aufgenommen zu worden sein. Sie versuchen mir wirklich bei allem zu helfen und mir mein Leben so einfach wie möglich zu machen. Meine neue High School hat 900 Schüler und nur 2 km von meinem Haus entfernt. Ich liebe Panecakes, Oatmeal oder Bagels zum Frühstück, aber mein Nutella lass ich mir auch hier nicht nehmen. Mein Gastvater ist von Mexiko und so essen wir sehr viel mexikanisch, was ich zuvor nicht kannte, aber liebe.

Meine erste Woche und Schule

Huntedhous in unsere Schule
Huntedhous in unsere Schule

Meine erste Woche war verrückt. Auf dich strömen so viele neue Sachen ein, dass man das meiste gar nicht wahrnimmt. Am vierten Tag verabschiedete sich meine Gastfamilie weil sie in den Urlaub fuhren und ich lebte mit dem YFU Verantwortlichem für unser Gebiet. Er und seine Frau haben eine Austauschschülerin aus Thailand, so hatte ich schnell die erste Freundschaft geknüpft und erfuhr sehr viel von Thailand. Der nächste Tag war mein erster Schultag und ich war total aufgeregt weil ich einfach keine Vorstellung hatte und mal wieder ins Ungewisse fuhr. Es ist anders als ich es von Deutschland kenne, jeder Klassenraum ist in einem separatem Gebäude, diese Gebäude haben keine Fenster, die Schulbücher sind so dick das man damit wohl fünf Jahre lernen könnte, der Sportunterricht wird in Einheitskleidung ausgeführt, zum Mittag gibt es Pizza vom Pizzadienst und es ist das normalste auf der Welt mit Pyjama, Decke und Kissen zur Schule zu gehen. Das sind nur einige Beispiele, aber ihr müsst euch das ganz anders vorstellen als bei uns. Die Schüler leben und lieben ihre Schule sie gehen morgens hin lernen Nachmittags dort oder machen Sport in der Schule, also du verbringst fast die ganze Zeit in der Schule. Es ist das normalste seinen Lehrern Kuchen mitzubringen oder ihnen eine kleine Freude zu machen, Sachen wie abschreiben, spicken oder sonstige Schummlerein gibt es nicht und werden als das letzte angesehen. Ein anderer großer Unterschied sind all die Schulevents und die Dress up Days. Du gehst zum Beispiel mit deinem Halloweenkostüm in die Schule oder als Harry Potter, Toy Story, Up, Monster Ag, die Unglaublichen, Indianer Jones oder oder oder....
Jetzt mal zur Schule allgemein. In den ersten Wochen in der Schule dachte ich wirklich ich gehe unter, ich habe noch nie so viele Hausaufgaben erlebt und dann habe ich auch noch so viel länger gebraucht weil mein Englisch nicht grade das beste war. Jetzt nach drei Monaten Schule hat sich das total verändert, ich schaffe es meine Hausaufgaben in den Pausen zu machen und Schule ist einfach so langweilig und ganz anders als bei uns. Im Prinzip machst du deine Hausaufgaben und hast damit schon 75% deiner Note, in den meisten Tests muss man sich nicht viel merken, also fällt lernen so wie ich das von Deutschland kenne weg. Ich denke es wird echt schwer das dann wider auf einen Schlag zu ändern, aber ich bin sehr froh eine Pause von diesem deutschem Schulstress zu haben.

Fußball und Sport in Amerika

Pride-Family
Pride-Family

Ich habe gleich in der zweiten Woche angefangen Fußball in einem Club zu spielen und so fand ich sehr schnell Anschluss. Es war total viel Spaß und die Mädels im Team sind super. Wir kamen rum und gewannen Turniere und auch die Liga. Ich war so froh das es so leicht war durch den Sport neue Menschen kennen zu lernen und einfach etwas zu tun zu haben. Nun ist die Clubsaison zu Ende und die High Schoolsaison fängt an. Ich nahm an den Try-Outs teil und ich schaffte es ins Varsity Team. Dann der Schock wir bekammen einen Brief das ich eine Rechtfertigung schreiben muss, weil YFU USA Fehler gemacht hat. Also hatten wir sehr viel Papierzeug zu schreiben und auch meine Familie und mein Club in Deutschland mussten Rechtfertigungen schreiben. Als das alles fertig war bekamen wir erneut einen Brief der besagte das ich im Junior Varsity Team (zweites Team) spielen darf, aber das es mir nicht möglich ist im ersten Team zu spielen. Das kann man nun nicht ändern und ich habe auch Spaß mit den jüngeren Mädels zu spielen. Letzte Woche verletzte ich mein Knie und nun werde ich erstmal eine längere Zeit aussetzen und auch Ski fahren nach Weihnachten fällt flach. Ich bin auf Krücken und hoffe das es nicht zu ernst ist, ich bin etwas traurig weil ich viele Spiele verpasse und vor allem die Lacross Try-Outs. Denn bald kommt die Frühlings-Saison und dort werde ich wahrscheinlich Lacross oder Softball spielen. Außerdem hoffe ich das ich noch mehr bzw. richtig surfen lernen kann.

Halloween, Thanksgiving und Weihnachten

Verkleidet in den komischsten Sachen, verschmierte Farbe auf den strahlende Gesichter und vor allen Hauseingängen leuchten mir die wildesten, in Kürbisse eingeritzten Grimassen entgegen, Zuhause werden noch mehr Kürbisse ausgehöhlt und die verrücktesten Sachen rein geritzt. In einem solchem Umfang und mit so viel Arbeit habe ich Halloween noch nie erlebt. Jeder in der Schule trägt sein Kostüm jeder freut sich schon Wochen vorher, ja das ist hier normal. Es war toll das erleben zu dürfen, denn in Deutschland hört man ja schon mit 12 auf um die Häuser zu ziehen, aber hier kann man das auch noch mit 60 Jahren machen wenn man Spaß daran hat. Der nächste Feiertag war Thanksgiving, über Thanksgiving müsst ihr nicht viel wissen ihr müsst nur viel essen. Überall versammeln sich Familien kochen zusammen, haben Spaß und genießen die gemeinsame Zeit. Jeder isst zu viel und das Essen scheint auch Wochen später noch kein Ende zu nehmen. Die Leute essen, schlafen, essen, schlafen dann nehmen sie Tabletten um mehr essen zu können dann essen sie wieder und dann fahre alle nach Hause und schlafen. Ja ich weiß das muss sich für euch jetzt ziemlich komisch anhören, aber es ist schön einen Feiertag zu haben der eigentlich nur einen Sinn hat: essen mit der ganzen Familie und die Familien hier sind groß und vor allem über das ganze Land verstreut. Weihnachten ist in 12 Tagen aber so richtig bekomme ich das nicht mit, die Temperaturen sind immer noch wie im späten Sommer und es ist alles Alltag der einzige Unterschied sind die ganzen Lichter an den Häusern. Ich hoffe ich komme noch in eine weihnachtliche Stimmung und ich wünsche euch allen ein schönes Weihnachtsfest.

Ausflüge und zukünftige Ziele

Gefängnisinsel Alcatraz
Gefängnisinsel Alcatraz

In den ersten Wochen habe ich vor allem die nähre Umgebung gesehen, den Ozean, den Boardwalk, den Strand, all die Surfer und sehr viel Natur. Auch in amerikanischen Sportarten kenne ich mich jetzt aus, wir sahen Football in Stanford, Icehockey in San Jose, Soccer in Santa Clara und zu guter letzt ein Spiel der San Francisco Giants in den World Series. Außerdem haben wir ein paar Tage auf einer Ranch verbracht und in dem Ort, wo mein Gastvater aufgewachsen ist in der Nähe von Los Angeles. Wir verbrachten einige Tage in den Bergen und ich sah endlich Schnee. Wir haben einige Pläne für den Rest des Jahres, nach Weihnachten fahren wir wieder in die Berge zum Skifahren bzw für mich zum zuschauen. Im Januar fahren wir nach Los Angeles und ins Disneyland und zu Ostern nach Las Vegas. Wir werden auch noch einige male zurück nach San Francisco fahren und vielleicht besuchen wir Freunde in Montana, Whitefish. Das ist eine Menge und ich freue mich auf die kommenden sechs Monate.  

6 Weitere Monate genießen

YFU Austria, YFU Thailand, YFU Germany
YFU Austria, YFU Thailand, YFU Germany

Ich könnte das alles noch sehr viel mehr ausweiten aber ich denke ihr habt jetzt einen umfangreichen Einblick in mein Leben, ich werde noch Bilder senden. Wenn ihr darüber nachdenkt ein Austauschjahr zu machen, hört auf zu denken und bewerbt euch ;) Ich denke wenn ich noch einmal die Chance hätte würde ich es sofort wieder machen, es ist nicht immer einfach aber es ist auf jedenfall machbar und es lohnt sich.
Und hier noch mal ein ganz großes Danke an alle Menschen die mir das hier ermöglicht haben, Danke EKO! Ich habe meine eigene Homepage mit einem Videotagebuch und noch mehr Informationen also wenn es euch interessiert schaut vorbei :www.maria-goes-to-usa.jimdo.com
Liebe Grüße aus California
Maria.

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Kommentare: 4
  • #1

    Christiane (Mittwoch, 15 Dezember 2010 21:39)

    Was soll ich sagen mein Engel,es ist einfach wunderbar zu lesen und
    ich bin glücklich, wenn Du es auch bist .
    Ich habe Dich lieb ,
    Mama

  • #2

    Caro (Mittwoch, 29 Dezember 2010 22:55)

    Einfach beneidenswert.Du kannst echt stolz auf Dich sein! Und Danke für den umfangreichen Einblick in Dein "New Life" :-)

    Ganz liebe Grüße

    von den Glienickern

  • #3

    Marina (Freitag, 20 Mai 2011 17:43)

    Das klingt nach einem Aufenthalt voller spannender Erlebnisse und Eindrücke. So ein <a href="http://www.schueleraustausch-englisch.de/">Schüleraustausch</a> ist doch immer wirklich toll! Ich war für ein Jahr in Frankreich. - auch super! :-)

  • #4

    Lambert (Samstag, 21 Juli 2012 19:43)

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